Rückblick auf 50 Jahre Sportschützen Lohauserholz
(Originaltext von O. Preugschas aus dem Jahre 1987)
Dieser aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Sportschützen
Lohauserholz ver faßte Rückblick ist als Chronik für die
Geschichte der Abteilung geschrieben worden. Mit diesem
Überblick sollen noch einmal die 50 Jahre der Schießsportabteilung
kurz beleuchtet werden.
Die ersten Aktivitäten von Schützen des Schützenvereins, die
sich für den Schießsport begeisterten, stammen aus dem Jahre
1937. In diesem Jahr nahm der Schützenbruder Ernst Haselhoff
und 3 weitere Vereinsmitglieder an einem Ausbildungslehrgang
für Schießwarte in Werries teil. Zu dieser Zeit
fanden als aktives Schießen immer wieder die sogenannten
'Opferschießen' statt.
In der Schützenversammlung vorn 18.04.1938 gab der Schützenbruder
Fritz Vollmar bekannt, daß er den Schießlehrgang
erfolgreich beendet hatte. Aufgrund seines Erfolges beim
Lehrgang wurde er von der Versammlung zum 1. Schießwart
ernannt. Unter seiner Leitung wurde die damals sogenannte
'Schießgruppe des Schützenvereins Wiescherhöfen-Lohauserholz'
als eine Abteilung des Vereins aufgebaut. Die Gruppe
gewann rasch an interessierten Schützen und so wurde bereits
am 31. Mai 1938 die 1. Vereinsmeisterschaft im Luftgewehrschießen
durchgeführt. Außerdem standen als Vereinsaktivitäten
auch immer wieder die zahlreichen Opfer-, W.H.W.
(Winterhilfswerk)- und Gauschießen auf dem Programm.
Der erste bekannte Vergleichskampf der Schützen wurde gegen
den Schützenverein Ramm-Süden ausgetragen, bei dem die
'Hölzkener' den Wanderpokal mit ins Dorf brachten und ihren
ersten Sieg feierten.
In der Versammlung vom 04.09.1938 wurde der Antrag zum Bau
eines Schießstandes vorgetragen, auf dem dann neben den
Schützenbrüdern auch interessierte Damen schießen lernen
konnten. Die Versammlung stimmte dem Antrag zu. Der Schießstand
wurde neben dem damaligen Sportplatz in Lohauserholz,
an der heutigen Stadionstraße, aufgebaut. Vom Schützenverein
erhielt die Schießgruppe einen Zuschuß zur Errichtung des
Standes in Höhe von 10 Reichsmark.
Nach Fertigstellung des Schießstandes wurde auch die Jugendarbeit
groß geschrieben. Zu dieser Zeit wurden allerdings
nur Mitglieder der H.-J. (Hitler-Jugend) in die Schießgruppe
aufgenommen. Als Schießgeld mußten zu Anfang pro Durchgang
2 Reichspfennig bezahlt werden. Im Laufe des Jahres 1938
wurde der Preis dann allerdings auf 1 Reichspfennig herabgesetzt.
Durch die hervorrangende Vereinsarbeit und den guten Trainingsmöglichkeiten
gelang es der Schießgruppe des Schützenvereins
Wiescherhöfen-Lohauserholz im Jahre 1939 die Kreismeisterschaften
zu gewinnen.
Der Schießbetrieb in Lohauserholz wurde noch bis in das
Kriegsjahr 1943 aufrechterhalten. Es fanden immer wieder
die Freundschafts-, Gau- und Opferschießen statt.
Zum Ende des Krieges konnte dann allerdings nicht mehr
geschossen werden. Erst im Jahre 1949 wurde die Schieß gruppe
des Schützenvereins Wiescherhöfen-Lohauserholz wieder aktiv.
Einige ehemalige Mitglieder und natürlich auch die aus dem
Krieg zurückgekehrten Schützen begannen wieder mit dem Aufbau
des Schützenvereins und der Schießgruppe. Im Jahre 1949
beschränkten sich die Schießen jedoch auf das Üben und
gelegentliche Preisschießen.
Die erste Schützenversammlung nach dem Krieg fand dann im
Oktober des Jahres 1949 statt. Da das Führen von Feuerwaffen
zu dieser Zeit noch verboten war, wurde von den Schützen
mit der Armbrust geschossen. Auch der erste König des
Schützenvereins nach dem Krieg wurde 1950 mit der Armbrust
auf dem Gelände des Bauerns Wilhelm Knäpper, am Gallberg,
ermittelt. Es war der damalige Avantgardist Wilfried Kaiser,
der die Königswürde erringen konnte.
Bis zur Schützenversammlung vom 26.05.1962 verlief das Leben
der Schießgruppe ziemlich ruhig. Die Trainingsabende waren,
wie auch heute noch, am Donnerstagabend um 20.00 Uhr, immer
gut besucht. Das ruhige Leben änderte sich allerdings
schlagartig, nach diesem Termin, denn es wurde beschlossen,
dem Stadtverband der Hammer Schützenvereine beizutreten.
Außerdem wurden zwei Mannschaften der Schießgruppe zur Teilnahme
an den Rundenwettkämpfen gemeldet. Das hatte zur
Folge, daß jetzt ständig Wettkämpfe und Trainingseinheiten
auf dem Terminkalender der Schießsportbegeisterten standen.
In der Schützenversammlung vom 11.08.1962 wurde mit großer
Mehrheit der Schützenbruder Karl-Heinz Stichmann zum 1.
Schießwart gewählt. Unter seiner Leitung sammelten die Mannschaften
der Schießgruppe und auch die anderen Schießsportanhänger
ihre ersten Erfahrungen bei den Rundenwettkämpfen
und dem Training hierfür. Zu dieser Zeit wurden schon
beachtliche Erfolge von der Schießgruppe erzielt.
Im Jahre 1969 übernahm dann Albert Böker die Leitung der
Schießsportabteilung. In seiner Zeit wurde die Schießgruppe
Lohauserholz in die Sportschützenabteilung Lohauserholz
umbenannt. Vor allem die Jugendarbeit trieb Albert Böker
stark voran; so konnte der Titel des Stadtmeisters bereits
1972 von den Jugendlichen der Sportschützenabteilung Lohauserholz
errungen den.
Nach 10jähriger Tätigkeit als 1. Schießwart gab Albert Böker
im Jahre 1979 die Leitung der Sportschützen an Günther
Schönbeck ab. Dieser ernannte Albert Böker für seine geleistete
Arbeit in den 10 Jahren zum Ehrenschießwart der
Sportschützen. Leider konnte der Nachfolger Günther Schönbeck
die Sportschützen nur 1 Jahr leiten, da er plötzlich
und unerwartet verstarb.
Nach einigen Monaten der Ruhe wurde dann im Jahre 1980
der damalige Jugendwart Ortwin Preugschas zum 1. Schießwart
gewählt.
Unter seiner Leitung erzielten die Sportschützen ebenfalls
beachtliche Leistungen. Über Langeweile kann sich die Sportschützenabteilung
nicht beklagen. Es gab und gibt immer
wieder etwas Erfreuliches oder mal weniger Gutes zu berichten.
Ob es nun aber ein Auf- oder ein Abstieg war, gefeiert
wurde immer. Außerdem wurde noch das Abteilungs-Königsschießen
im Jahr 1983 eingeführt.
Die Kö5nigswürde der Sportschützenabteilung konnten bis jetzt
die folgenden Sportschützen erringen:
1983 König Ortwin Preugschas mit K5nigin Sieglinde Dreihaus
1984 König Theo Köller mit seiner Gattin Gisela
1985 König Wolfgang Gärthöffner mit Königin Sieglinde Dreihaus
1986 König Bernd Stöffges mit seiner Gattin Monika
Im Jubiläumsjahr 1987 konnte sich Karl-Heinz Oesterhaus
gegen seine Mitkonkurrenten durchsetzen und die Königskette
wurde ihm vom 1. Schießwart überreicht. Er nahm sich seine
Frau Uschi als Königin.
Die Pokalschießen im Schützenverein und mit anderen Vereinen
halten die Sportschützen ebenfalls immer auf Trapp. Genauso
wie für die Senioren ist allerdings auch das Programm für
die Jugendlichen nicht außer acht zu lassen. Denn mit dem
Jugendwart Bernd Stöffges sind auch die Jugendlichen durch
Pokalschießen, Wettkämpfe und Ausflugsfahrten, z.B. zum
Schlittenfahren nach Winterberg, immer voll beschäftigt.
Für die neue, jetzt laufende Serie 1987/88, sind 2 Seniorenmannschaften
und eine Jugendmannschaft CU 21) am Start,
bei den Rundenwettkämpfen des Stadtverbandes. Während die
neu gemeldete Jugend in der B-Klasse schießt, können die
Senioren in der höchsten Klasse des Stadtverbandes ihre
Wettkämpfe austragen.
Die inzwischen 41 Mitglieder zählende Sportschützenabteilung
ist also ständig aktiv, wenn auch die Trainingsmöglichkeiten
im Augenblick durch das geschlossene Vereinslokal
wieder etwas beschränkt sind.
Als kurze Übersicht über die 50 Jahre der Sportschützenabteilung
soll dieses jetzt allerdings genügen.
Allen Sportschützen und Freunden des Schießsports wünsche
ich auch für die nächsten 50 Jahre alles Gute und weiterhin
viel Erfolg.
Gut Schuß.
Hamm, den 07.11.1987
Ortwing Preugschas
1. Schießwart